1901 bis 1929

1904: Elektrische Centrale

1904

Haus des Weinhändlers Lichtenthal um 1895

Wenn sich in der alten Ortschronik auch nur wenige Worte darüber finden, es war für Oberwinter ein großer Schritt in die Zukunft: die Einführung der Elektrizität.
Überall im Deutschen Reich wurden Ende des 19., Anfang des 20. Jahrhunderts die Lampen von Petroleum auf Strom umgestellt. Da wollten auch die „Herren Gemeinderäte“ in Oberwinter nicht zurückstehen. Sie erteilten eine Konzession zur Produktion von Elektrizität.
Die „Allgemeine Electrizitäts Gesellschaft“, die AEG, baute dann einen Generator im Lichtenthaeler Haus, dessen Zeit als Weinhandelshaus abgelaufen war. Dieses Gewerbe konnte die Familie nicht mehr ernähren.
Die Herrn Räte waren sich sicher, jetzt stehe dem Aufblühen der Gemeinde nichts mehr im Weg. Aber es war noch ein weiter Weg, bis alle Häuser im Dorf mit der neuen Energie ausgestattet waren.

Was 1904 sonst noch in der Welt passierte. Hier der Link:
http://de.wikipedia.org/wiki/1904

 

1914 – 18: Der Erste Weltkrieg

1915

Verwundete bei einer Weihnachtsfeier 1915 im Reservelazarett II auf der Insel Nonnenwerth

1915Rueckseite

Rückseite der Postkarte mit folgendem Text:
Liebe Fr. Karoline, Besten Dank für die letzte Karte. Möchte Ihnen sowie Frau Kaiser die besten Grüße zu Weihnachten senden. Wilhelm Lang

Auch die Oberwinterer Männer zogen mit großem Patriotismus in den Krieg. Sie fehlten aber bei der Arbeit im Weinberg und auf dem Feld.

Die Preise für Lebensmittel und Hausbrand stiegen sehr bald an und die Ausflügler, die bislang Geld ins Dorf gebracht hatten, blieben aus.

Stattdessen kamen viele Verwundete aus Frankreich zurück und mussten versorgt werden.
Das Oberwinterer Krankenhaus, der Saal Beckmann-Loosen und vor allem das Kloster Nonnenwerth wurden Lazarette und gehörten organisatorisch zum Feldlazarett II Remagen.
53 Männer aus der Gemeinde verstarben im Krieg oder an dessen Folgen.

Hier der Link zum Ersten Weltkrieg:
http://de.wikipedia.org/wiki/1._Weltkrieg

 

1920, 1926: Starke Hochwasser 

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Hochwasser 1920 in der Hauptstraße

Hochwässer musste die Bevölkerung in regelmäßigen Abständen immer wieder ertragen. Besonders hart trafen die Hochwässer in der wirtschaftlich schweren Zeit nach dem Ersten Weltkrieg.
Dreimal innerhalb weniger Jahre, 1920, 1924 und 1926 stieg der Rhein in kaum je gekannte Höhen an und blieb 1926 mit einer Höhe von rd. 9,60 Metern nur knapp unter der Deichkrone des Hafendamms, die auf 10 Meter liegt.

Schon damals haben sich die Menschen gefragt, warum der Rhein so häufig „komme“. Viele haben vermutet, das starke Abholzen der Wälder während der Kriegszeiten sei die Ursache dafür.
Immerhin haben der Bau des Hafens und die Eindeckung der Ufer mit Basaltsteinen verhindert, dass – wie in früheren Zeiten üblich – große Teile des Ufers und des Leinpfades abgeschwemmt wurden.

Was sonst noch in der Welt passierte. Hier der Link:
http://de.wikipedia.org/wiki/1920
http://de.wikipedia.org/wiki/1926

 

1923: Inflation, Separatisten, Regiebahn
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Das Jahr 1923 hat – auch für viele Oberwinterer – schlimme Ereignisse gebracht. Unter den Kriegsfolgen, insbesondere der fürchterlichen Inflation, haben auch die Menschen am Rhein stark gelitten. Lebensmittel waren kaum noch zu bezahlen.

In dieses Jahr fielen auch die „Separatistenunruhen“, der Versuch, gewaltsam die Rheinlande aus dem Reichsverband herauszulösen. Das ist den Interessierten im Ergebnis zwar nicht gelungen; es hat aber zu großer Unruhe, ja auch zu Toten
geführt.

Um den Generalstreik im Deutschen Reich zu brechen, übernahm das französische Militär die Reichsbahn („Regiebahn“). Damit sollte der Abtransport der Reparationsleistungen nach Frankreich, es ging insbesondere um Kohlelieferungen, sichergestellt werden. Auch Reichsbahnbeamte aus Oberwinter wurden entlassen und von den Besatzungsbehörden mit ihren Familien ins Norddeutsche ausgewiesen.

Was sonst noch in der Welt passierte. Hier der Link:
http://de.wikipedia.org/wiki/1923

 

1929: Der Rhein ist zu

1929

Der direkte Weg nach Unkel im Februar 1929

Eine geschlossene Eisdecke, auf der man bequem nach Unkel laufen konnte, das ist selbst für alte Rheinanlieger etwas ganz Besonderes. Letztmalig
konnte man im Februar 1929 den Rhein trockenen Fußes überqueren.

Die Bilder, die sich von dem seltenen Ereignis erhalten haben, zeigen fröhliche Menschen jeden Alters, die sich diskutierend auf dem Eis bewegen. Ganz Mutige sind gar mit dem Fahrrad unterwegs. Unkel ist plötzlich nur einen Steinwurf weit entfernt.

Vom Hafen macht der Remagener Fotograf Johann Baptist Schneider eindrucksvolle Aufnahmen von eingefrorenen Schleppern und Lastkähnen. Ein Bootshaus wird vom Eis in die Höhe gehoben. Es herrscht drangvolle Enge.
Solche Bilder hat es seit dieser Zeit nicht mehr gegeben. Heute verhindern Kalisalze und die Abwärme von Kraftwerken das vollständige Zufrieren des Stroms.

Über mehrere Jahrhunderte symbolisierte der Rhein Weltverbundenheit, wie auch Freiligrath es sah. Zum anderen schuf er Trennung von einem zum anderen Ufer. 1929 wurde zum letzten Mal diese Trennung aufgehoben.

Was 1929 sonst noch in der Welt passierte. Hier der Link:
http://de.wikipedia.org/wiki/1929